Erkenntnisse einer Hin-und-Hergerissenen

von Ann-Marie Falk

© Ann-Marie Falk

Hin und wieder kommt es vor, dass ich mich fortwünsche. In eine dieser großen deutschen Städte voller sprudelnder Inspiration. Ein Pop-up-Store hier, eine Pop-up-Ausstellung da, schier jeden Abend ein cooles Konzert irgendwo, flächendeckende Agenturendichte. Aber wie das Leben so ist, hat es mich hierhergespült. Nach Heidelberg. Und jetzt, wo ich hier sitze und überlege was ich schreiben soll, höre ich in mich hinein und merke: Es fühlt sich gut an. Vielleicht für den Moment, für eine Lebensphase, vielleicht für länger … Wer weiß das schon.

Was auch immer die Leute über Heidelberg denken mögen – es sei eine Stadt für Spießer und Snobs, für Studenten und Akademiker –, ich für meinen Teil lebe gern hier, und ich bin weder Spießer noch Snob, und Studentin bin ich schon lange nicht mehr. Ich kenne auch keine Spießer und Snobs. Studenten und Akademiker – okay, ein paar, aber die sind echt nett!

Ich lebe gern hier, wo Geschäfte und Cafés seit zehn Jahren da sind und noch zehn Jahre da sein werden, wo man manchmal auf ein cooles Konzert eine Weile warten muss (aber nie allzu lange), wo man mit dem Fahrrad genauso schnell im unberührten Wald ist wie im Kino und beim Bauer Lenz genauso schnell wie im Sternelokal, wo alles ein bisschen langsamer und heimeliger ist als in den coolen Großstädten. Und wo es einfach so unglaublich schön ist! Kaum eine Ecke, die nicht malerisch ist in dieser Stadt. Echt wahr!

Aber ich geb´s zu: Manchmal bin ich froh, dass es nach Frankfurt und Stuttgart nur eine Stunde Fahrt ist. Und hin und wieder brauche ich Berlin oder München oder Hamburg – für ein paar Tage. Doch immer wenn ich zurück bin, merke ich, dass ich es ganz okay finde, mit der Straßenbahn über den Neckar zu zuckeln, statt unterirdisch durch die Stadt zu rasen. So ist das. Echt wahr.

Und weil ich ein visueller Mensch bin, hab ich etwas gezeichnet, um mich daran zu erinnern, dass alles gut ist, wie es ist: Eine Heidelbergkarte mit Lieblingsorten. Nicht nur von mir, sondern auch von vielen meiner Kollegen. Eine ganz persönliche Agentur-Heidelbergkarte.

Vielleicht macht sie dem einen oder anderen ja Lust auf einen Besuch hier bei uns. Zum Entschleunigen, zum heile Welt tanken, und nebenbei – erstklassigen Third wave coffee bekommt man hier auch …

Klingelt durch, wir freuen uns auf viele persönliche Stadtführungen!

Ann-Maries Lieblingsorte

Coffee Nerd (15)

Lieblingsort für den oben erwähnten Third wave coffee.
coffeenerd.de

© Instagram/coffee_nerd_hd

Neckarkanal zwischen Heidelberg und Dossenheim (09)

Einfach schön zum Sitzen und Beine baumeln lassen auf dem Weg von der Agentur nach Hause. Und die Abendsonne glitzert immer so schön auf dem Wasser.

Botanischer Garten (06)

Mitten im Klinikkomplex. Das mit der Entschleunigung hatte ich angesprochen …

Alt Hendesse (03)

Es gibt nur einen einzigen richtig schönen Biergarten in der Stadt (die außerhalb liegenden nicht mitgezählt). Das ist das Alt Hendesse. Klein, aber sehr, sehr fein. Und echt lecker essen kann man auch.

Nadjas Lieblingsorte

Tiefburg und Wochenmarkt Handschuhsheim (01)

Nadja ist Hendsemerin (eine Frau, die aus dem Stadtteil Handschuhsheim kommt) durch und durch. Wer hat auch schon eine richtige Burg mit Burggraben und allem Drum und Dran mitten im Stadtteil!? Der Wochenmarkt findet Samstag Vormittags direkt davor statt und ist der zauberhafteste der ganzen Stadt.

© Instagram/ch-sass/yvi2702

Cave54 (20)

Deutschlands ältester Studenten–Jazzclub und die Location für gute Live-Musik in Heidelberg! Eine Tradition sind die Jazz-Jamsessions jeden Dienstag. Nur Klaustrophobie darf man nicht haben …
cave54.de

Untere Straße (17)

The place to be für alle jungen und junggebliebenen Leute am Wochenende. Eine Kneipe neben der anderen. Das komprimierte Heidelberger Nachtleben quasi.

© Leo Roomets ImageCraft

Franzis Lieblingsorte

Siebenmühlental (02)

Eins der schönsten Dinge an Heidelberg ist der Wald drum rum. Wenn Franzi nicht grade arbeitet, kann man sie im Siebenmühlental am Mühlbach entlangjoggend antreffen. (Ist auch zum Picknickmachen toll da.)

Christines Lieblingsorte

Philosophenweg, Heiligenberg mit Thingstätte und Michaelskloster (04)

Auch Christine mag den Wald. Vom Philosophenweg aus hat man eine tolle Aussicht auf’s Schloss und das Neckartal. Thingstätte und die Ruine des Michaelsklosters sind magische Orte mitten im Wald, keine zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt. Siehe Beitrag von Sarah.

© Leo Roomets ImageCraft

Birgits Lieblingsorte

Klosterhof Neuburg (05)

Birgit kommt aus Bayern. Es ist ihr ein Trost, dass es hier Orte gibt, die sie an ihre Heimat erinnern. Zum Beispiel der Klosterhof Neuburg (und die große Kuhweide davor). Da gibt es einen schönen Biergarten, sogar mit Hausbrauerei, direkt neben einem schönen Hofladen. Das andere little Bavaria ist der Bierhelderhof …

Daniels Lieblingsort

Bierhelderhof (27)

… dort radelt auch Daniel gern auf seinem Mountainbike hin. Der große Biergarten inmitten von Rinderweiden erinnert tatsächlich ziemlich an Bayern. Wer nicht radeln will, kann dort oben auch ganz wundervolle große Spaziergänge machen. Unterwegs stoppt Daniel gern am Ehrenfriedhof. Davon erzählt Sarah ein paar Zeilen weiter.
bierhelderhof.de

© Instagram/nixeka/larla

Neckarwiese (11)

Die Neckarwiese ist im Sommer voller Leben. Man sonnt sich, lernt für die Uni, knutscht, spielt Federball, grillt, trifft sich mit Freunden, …
Und abends mit Picknickdecke, einer Flasche Wein oder einem Sixpack Bier am Flussufer sitzen (während immer irgendwo irgendwer Gitarre spielt) – schön!

Sarahs Lieblingsorte

Ehrenfriedhof (26)

„Das Ende der Welt“, könnte man meinen. Man hat eine bombastische Aussicht, und der Sonnenuntergang dort ist der Hammer. Eigentlich fast schade, es in’s Internet zu setzen, dachten wir kurz …

Abends trifft man Sarah im P11 (23) oder im Friedrich (16).

Und ansonsten wäre noch das Mildners (13) zu nennen. Ein guter Ort zum Arbeiten, Freundetreffen, Kaffeetrinken. Snacks und Kuchen gibt es auch.

© Instagram/kruemelkreationen/allaboutjessi

Helges Lieblingsorte

La Boheme (18)

In der Steingasse, die von der Alten Brücke hoch zur Heiliggeistkirche führt, versteckt sich das La Boheme. Ein wunderschönes kleines Restaurant mit unglaublich sympathischem Personal. Hier sitzt Helge oft mit seiner Frau, genießt die kleine feine Speisekarte und sie lästern über Touristen.

Die geheimen Gassen Heidelbergs (21)

Zwischen Marktplatz und Schloss gibt es einige magische geheime Gässchen. Kaum ein Tourist verirrt sich hierhin. Abseits des Trubels auf dem Marktplatz ist es hier, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wer – wie Helge – gerne fotografiert, möchte hier Tage verbringen.

© Helge Thomas

Tretboot fahren auf dem Neckar (12)

Wer in Heidelberg weilt, sollte sich die Stadt auf jeden Fall auch mal aus einer anderen Perspektive ansehen, findet Helge. Zum Beispiel von mitten auf dem Neckar. Zu diesem Zwecke kann man an der Neckarwiese Boote ausleihen. Sein Tipp: Nehmt nicht die Motorboote. Das Knattern nervt. Treten ist viel cooler.

Svens Lieblingsorte

River Café (08)

Im River Café kann man super essen, sagt Sven. Er mag aber nicht nur die frische Küche, sondern auch die nette Atmosphäre dort.

Er würde wahrscheinlich zu Nadja sagen, der Wochenmarkt auf dem Neuenheimer Marktplatz (07) sei der zauberhafteste der Stadt …
(Mittwoch und Samstag Vormittag)

Am Wochenende trifft man Sven im Frollein Bent (22) in der Innenstadt (eins a Gin-Auswahl und auch sonst sehr besonders).

Jörns Lieblingsort

Naturschutzgebiet Wieblinger Neckarufer (10)

Dort geht Jörn mit seiner Hündin Maxi laufen. Besonders schön findet er es morgens, wenn sich die aufgehende Sonne im Wasser spiegelt und noch Nebel über den Wiesen liegt.

© Jörn Huber

Alis Lieblingsorte

Das Hemingway’s direkt am Neckar (14)

Man kann dort lecker Frühstücken, gut Mittagessen und abends ist es ne Bar.
hemingways-heidelberg.de

Mahmouds Falafel in der Altstadt (19)

Best Falafel in Town. Und Ali muss es wissen, er ist alteingesessener Heidelberger mit arabischen Wurzeln.
mahmouds arabic kitchen

Kiosk am Danteplatz (25)

Vor 16 Jahren eröffnete Raj auf dem Danteplatz einen Kiosk für Zeitungen und was man sonst so am Kiosk kaufen kann. Eines Tages stellte er einfach mal ein paar Tische und Stühle davor, und inzwischen gibt es dort nicht nur Bier und Kaffee, sondern auch leckere indische Snacks.

Hakims Imbiss (24)

Die heiligen Knochen. The King of Spareribs. Ein echtes Heidelberger Original! Als Flüchtling aus Afghanistan gekommen, hat sich Hakim mit seiner Imbissbude inzwischen zu einer echten Berühmtheit gemausert, mit Stammkunden von Kaiserslautern bis Frankfurt.
Hakims Imbiss und Steakhouse

© Instagram/Hakimspareribs

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